Mein hier unter der Reihe „Ein Boot wird kommen“ genanntes Gespann hat bereits eine recht wechselvolle Geschichte hinter sich, die ich hier mal versuche aufzuschreiben.

Die Zugmaschine, eine Kawasaki W650, Bj. 1999, wurde im Jahr 2001 gebraucht von einem Mitglied des W 650 Forums gekauft, nach dem der Vorbesitzer das Ding hingelegt und beim Versuch es zu reparieren auch noch von der Bühne geschmissen hatte, wollte er sie wohl los werden.:)

w650

Kurz nach dem Kauf entschloß sich der neue Besitzer die W650 zum Gespann umbauen zu lassen, die Firma Claßen aus Düren baute einen tschechischen Velorex Typ 562 an die Kawasaki. Das Ganze wurde dann vom TÜV Aachen als wahlweiser Gespann/Solobetrieb eingetragen.

Im Januar 2004 kollidierte dann das Gespann mit einem Wildschwein, zum Glück ist dem Fahrer nicht viel passiert(dem Wildschwein wohl auch nicht, es war jedenfalls nicht mehr zu sehen:-) Das Gespann hatte allerdings mehr abbekommen und sah nicht mehr allzu gut aus.:-/

Der Besitzer baute es mit tatkräftiger Teileunterstützung des W Forums wieder auf.

Irgendwann tauschte er das Gespann bei Moto Port Hengelo in Holland gegen einen Beiwagen für seine BMW, da sah es dann so aus

Die Holländer tauschten es dann gegen eine Triumph ein und es ging in den Raum Bielefeld und dann landete es in Hamburg, wo es aber auch nicht lange blieb denn es wurde bei mobile.de inseriert und ich bin dann drüber gestolpert. Da ich aber keinerlei Gespannerfahrung hatte, die Dinger aber immer schon interessant fand, schlich ich einige Zeit um die Anzeige rum. Irgendwie wollte das Ding auch keiner, was nicht weiter verwunderlich war, das Teil wurde sehr oft im Winter gefahren, heißt, Gammel- und Rostgefahr überall.
Aber ich wollte es trotzdem, schon aus der Überlegeung heraus, daß es relativ günstig war und, sollte ich keinen gefallen am Gespann fahren finden, der Verlust relativ moderat ausfallen würde.
Der Besitzer war sehr freundlich und nannte mir neben den Vorzügen(es war wohl von Müller-Gespanne noch eingestellt worden) auch alle Mängel.
Es war Februar, bis Hamburg sind es von mir aus über 500km, ohne je Gespann gefahren zu sein und dann noch im Winter war mir zu heikel. Praktischerweise arbeitete der Verkäufer bei einer Spedition und so bekam ich ein paar Tage später das Gespann bis vor die Haustür geliefert.

W 650 Gespann

Irgendwie hatte ich Bammel vor der ersten Ausfahrt und das war auch nicht ganz unbegründet, denn ich landete erstmal an einem Brückengeländer und dann im Graben…aber das ist eine andere Geschichte.:-)
Als erste Modifikation war eine Schwingengabel geplant, allerdings gestaltete sich das nicht ganz einfach und ich versuchte mein Glück fast ein Jahr lang, irgendwann bekam ich das Ding dann und baute sie mit Hilfe eines Freundes ein.
Zwischendurch gab es dann mal ein kleines Malheur mit einem durchgerosteten Ölfilter auf einem Gespanntreffen, dank eines Freundes, der in der Nähe wohnte konnte der Ölfilter gewechselt werden und ich auf eigenen drei Rädern nach Hause fahren.:-)

Der Beiwagen nervte, da viel zu leicht und auch unpraktisch, wie das geändert wurde kann man ebenfalls hier im Blog lesen.
Weiterhin kam noch eine Moto Guzzi Polizia Verkleidung hinzu, die gerade im Winter gute Dienste leistet.

Da nicht nur ich das Teil auch im Winter gefahren bin wurde es langsam mal Zeit es zu zerlegen, das wurde im Oktober 2013 gemacht, der Rahmen war doch schon ganz schön angegammelt und auch sonst hatten es einige Teile hinter sich, z.B. der Motor, der hatte schon über 80.000km drauf und ölte auch an verschiedenen Stellen lustig vor sich hin, dieser wurde mitsamt dem Rahmen getauscht.

Das Gespann habe ich mit einem Freund zusammen an einem Wochenende komplett zerlegt, vergammelte Teile ausgetauscht oder gesäubert und wieder zusammengebaut und es lief erstaunlicherweise auch direkt wieder.;-)
Mal sehen was das Gespann und ich noch so alles erleben dürfen.:^D

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Gespanngeschichte
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