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Ein neues Auge für das OrigenAE S21T Gehäuse

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Und wieder ein Machwerk des Universaldilettanten.:-)

Ich habe schon ein paar Jahre ein OrigenAE S21T Gehäuse, bei dem aber auch schon eine ganze Weile das Display defekt ist und ohne dieses Display ist es einfach nur ein fettes PC Gehäuse.;)

Das Display wurde mit der Zeit immer dunkler, bis es gar nicht mehr ging. Einige Versuche das Display wiederzubeleben schlugen leider fehl, erst tauschte ich das Display gegen ein Baugleiches, dabei stellte sich heraus, daß nicht das Display defekt ist, sondern die Steuerplatine. Ich bekam den Tipp die Kondensatoren auf dieser Platine zu tauschen, das brachte aber leider auch nichts. Also blieb das Display weiterhin dunkel.:-(

Dieser Zustand gefiel mir aber überhaupt nicht und so suchte ich verzweifelt nach einer Lösung. Ich schrieb mein Problem im vdrportal-Forum aber auch da wurde mir zuerst nicht wirklich geholfen. Eines Tages schrieb jemand, daß er erfolgreich ein hochauflösendes Display in sein Gehäuse appliziert hatte und verlinkte gleich ein Video von seinem Umbau, was ich mir gleich mal reinzog. Allerdings war das schon sehr professionell gemacht, er hatte eine Fräse mit der er das Gehäuse bearbeiten konnte, sowas hatte ich leider nicht.:-(

Also überlegte ich, wie ich das in einer Sparversion bewerkstelligen könnte, mir fiel ein, ich hatte ja einen Dremel, damit sollte das doch auch irgendwie zu machen sein.;-D

Erstmal ging ich aber bei alibaba einkaufen, denn die passenden Displays gibt es leider nur in China. Nach ein wenig Recherche bestellte ich folgende Sachen:

  • 12,1″ Display Modul EV121WXM-N10 plus kapazitives Touchpanel
  • VDH58L Steuerplatine inkl. Kabel und Buttonleiste

Das dauerte natürlich ein wenig, zumal auch noch Covid-19 dazwischenfunkte.

Irgendwann kamen die Teile aber doch wohlbehalten bei mir an, allerdings hatten die Chinesen das Touchpanel vergessen.:-( Da warte ich im Moment noch drauf.

Aber man kann ja schonmal weiter machen, erstmal nahm ich das ganze Ding auseinander und entfernte das alte Display samt Steuerplatine aus dem Gehäuse. Das bestellte Display passt aber nicht direkt in das Gehäuse, man muss da schon noch ein wenig mit dem Dremel werkeln um das Display passend in das Gehäuse zu bekommen. Das ist dann natürlich nicht so akurat, als würde man das mit einer amtlichen Fräse machen, aber da man am Ende davon nichts mehr sieht kann ich damit leben.

Der Dremel wird’s schon richten

Nachdem alles ausgefräst war und das Display passte, ging es ans Einpassen der Platine und des Bedienfeldes und da wird es dann auch gleich schwierig, das alte Bedienfeld hat vier Taster, das Neue fünf Taster, mit der Folge, daß der Abstand der Taster unterschiedlich ist. Der oben genannte Mensch, der sein OrigenAE umgebaut hatte, hatte eine Platte mit dem neuen Lochabstand gefräst, ein wenig um die alten Löcher eingefräst, sodaß die Platte bündig abschloss. Das war für mich keine Option, da keine Präzisionsfräse zur Hand, das wäre nur häßlicher Murks geworden. Also habe ich etwas gegrübelt und bin dann auf eine andere Umsetzung gekommen. Warum nicht das alte Bedienfeld weiterverwenden? Das wäre doch die einfachste und sauberste Lösung, also schaute ich mir mal das alte Bedienfeld an und nach ein wenig Durchmessen war klar, das war eigentlich recht simpel.

Auf der Steuerplatine waren alle Funktionen des Bedienpanels schön aufgedruckt und geschaltet wurde mit den Tastern indem die Funktion auf Masse gezogen wurde. Also musste ich einfach nur ein paar Kabel zum Bedienpanel ziehen. Auf dem alten Bedienpanel waren noch ein paar SMD Widerstände verbaut, die ich sicherheitshalber ausgelötet habe. Nachdem alles verkabelt war, zeigte ein Test, daß das einwandfrei funktionierte..

Einziger kleiner „Schönheitsfehler“, das neue Bedienpanel hatte sechs Taster, das Alte nur fünf, die Powertaste des alten Bedienpanels habe ich dann einfach mit der Exittaste belegt, da im OrigenAE Gehäuse sowieso ein Powertaster für das Panel verbaut ist.

Und so sieht das dann aus

Dann ging es ans Verkabeln des Restes, ich verlegte ein Flachbandkabel, das mit einem Pfostenstecker an der Netzteilplatine für das Display angeschlossen wird. Über dieses Kabel geht dann die Stromversorgung und der Schalter für das Panel, weiter wird dann noch die USB Verbindung für das Touchpanel über dieses Flachbandkabel geführt, die dann an der darüber liegenden Card Reader Platine angeschlossen wird.

Weiterhin musste natürlich auch noch eine HDMI Verbindung hergestellt werden, da das Kabel praktisch durch das ganze Gehäuse geführt werden muß suchte ich nach einer Flachbandkabellösung, fündig wurde ich bei Berrybase, die Flachbandkabel zur Selbstkonfektion in verschiedenen Längen anbieten, die Stecker werden einfach ohne Löten mit einem Verriegelungsmechanismus aufgesteckt, sehr praktisch und für meine Zwecke gut geeignet.

Fertig verkabelt und einsatzbereit

Und die Verbindung zur Netzteilplatine

Die vier herausgeführten Kabel(lila, grau, weiss, schwarz) bilden die USB Verbindung für das Touchpanel

Nun wurde das Ganze erstmal getestet bevor wieder alles zusammengebaut werden konnte.

Supi, löpt.:-)

Da das Touchpanel leider noch nicht da ist und es wohl auch noch etwas dauert, habe ich erstmal wieder alles zusammengebaut und so sieht das Ganze aus.

Ganz chön chaaf.:)
Und ausgefahren

Im Moment zeigt das Display bei meinem vdr nur Infos zu den Sendungen an, mal sehen was man sonst noch so auf dem Display ausgeben kann, vielleicht Kodi, dann wäre aber ein Touchpanel praktisch. Das Display ist wirklich knackscharf und ein ganz anderer Schnack, als das Orignaldisplay, insofern hat sich die Bastelei schon gelohnt.

Ich freue mich jedenfalls, jetzt wieder ein funktionierendes Display im OrigenAE Gehäuse zu haben. Mein Umbau ist wirklich nur das Nötigste, wer es richtig amtlich haben will, der muß es so machen, wie oben im verlinkten Video gezeigt, der Aufwand ist da aber ungleich größer und nicht für jeden machbar.

Vielleicht noch ein Wort zu den Kosten, alles in allem hat die Reparatur ungefähr 200 Euro gekostet und natürlich jede Menge Nerven und Flüche.;) Nicht wenig, aber wenn man sich mal in Erinnerung ruft, was das Gehäuse ursprünglich gekostet hat, sind die Kosten noch vertretbar.

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