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Ein steter Quell der Freude – Line 6 Relay G10

An anderer Stelle hatte ich bereits die herausgerissene Mini USB Buchse beim Relay G10 Empfänger erfolgreich repariert. Nun zickte der Sender rum, er hielt nur noch knapp eine Stunde durch, bis er wieder auf die Ladestation musste.

Also musste der Akku gewechselt werden, was bei dem Ding nicht so einfach ist, da es nicht vorgesehen ist, daß der Anwender den Akku einfach wechseln kann. Man kann bei Line 6 einen Sender nachkaufen, der kostet aber knapp 90 Euro.:-/

Das war mir entschieden zu viel und besonders Nachhaltig finde ich sowas auch nicht, also wollte ich den Akku selber wechseln, dazu musste man aber erstmal rausbekommen, ob man den Sender überhaupt zerstörungsfrei aufbekommt. Die gute Nachricht, es geht.:-)

Man muß oben auf dem Sender, wo die LED ist, das Label abpokeln, das ist aufgeklebt, dann kommt eine Schraube zum Vorschein.

Das Schraubenversteck
Geklebtes Label angehoben
Die Schraube
Und siehe da…

Bei der Schraube handelt es sich um eine T6 Torxschraube, den entsprechenden Bit findet man bei jedem gut sortierten Handywerkzeug. Hat man diese Schraube entfernt kann man den Deckel abnehmen und die Hülse abziehen. Aber leider kommt man immer noch nicht an den Akku ran, da hat Line 6 eine weitere Schraube vor gesetzt, die auch etwas Tricky ist. Es handelt sich dabei wohl um eine Torx T5 Schraube, die T5 Bits, die ich hatte waren aber nicht lang genug um die Schraube zu packen. Ich mußte mir als erstmal ein Bit mit einem langen Schaft besorgen. Leider gelang es mir damit aber auch nicht die Schraube zu entfernen, im Gegenteil ich vermurkste den Torxkopf und brauchte jetzt ein Rundbit…;-)

G10 zerlegt und Position der zweiten Schraube zur Öffnung
Der Pfeil zeigt eine weitere Schraube

Also wendete ich einfach brachiale Gewalt an um den Sender aus seinem Plastikgehäuse zu befreien, die beiden Plastikhälften ließen sich ein Stück auseinander biegen und ich konnte mit einem flachen Schraubendreher dazwische gehen, mit ein wenig gefühlvoller Kraft machte es irgendwann knack und ich konnte die eine Hälfte abheben. Die Schraube ist auch nicht unbedingt nötig, durch die Außenhülle hält das Ganze auch ohne diese Sch…schraube zusammen.

Nun sieht das Ganze so aus:

G10 geöffnet
Rechts neben dem Klinkenstecker sieht man die vermurkste Schraube

Nun konnte man an den Akku dran, praktischerweise stand auch noch drauf um was für einen Typ es sich handelt.

Akku ICR17280
Der Akku

Leider ist das Ding nicht besonders gängig. Nach meinen Recherchen sagt die Bezeichnung ICR17280 aus, daß es sich um einen Akku mit den Abmessungen 17mm x 28mm handelt, der 3,7V und 600mAh liefert. Ich wurde nach ein wenig Suchen hier fündig: Lipopower. Scheinen aber die Einzigen in Deutschland zu sein, die so ein Ding führen, sonst fand ich die Teile nur in China und das war mir jetzt zu blöd den Pfennigsartikel extra in China zu bestellen. Irgendwie finde ich 4,19€ plus Versand charmanter als 90 Euro.;^)

Bevor ich aber den Akku bestelle, wollte ich erstmal testen ob überhaupt der Akku das Problem ist. Also lötete ich zunächst den Akku ab, das geht besonders einfach wenn man die Kabel direkt am Akku ablötet, dazu entfernt man den blauen Schrumpfschlauch, faule Zeitgenossen kneifen die Kabel einfach ab.;)

Da ich in meiner Bastelkiste noch einen Batteriehalter für 3 AA Batterien hatte, dachte ich mir, daß man das Ding doch auch mit z.B. drei Enneloop Akkus betreiben können müsste, die haben je 1,2 V also zusammen 3,6 V, sollte eigentlich reichen. Tut’s auch, ich lötete den Batteriehalter an die beiden Kabel und siehe da, es funkt.:-D

Zum Glück gibt es Klebeband…

Testaufbau mit Akkuhalter
Frankensteins Sender…;)

Jetzt muss ich mal sehen, wie lange das Ding mit den Akkus durchhält, dann sehen wir weiter…

Ein paar Tage später…

Der Sender lief jetzt mit dem Akkupack mehrere Stunden, also war der Akku wohl hinüber. Ein Versuch die Kapazität zu messen scheiterte ebenfalls, die Zelle schien wohl definitiv im A… Eimer zu sein.

Ich habe dann bei oben aufgeführter Adresse einen neuen Akku bestellt und auch schnell bekommen. Leider haben diese Akkus keine Lötfahne und man muß beim Löten direkt an den Polen vorsichtig sein und darf nicht zu lange mit dem Lötkolben darauf rumbraten sonst himmelt man den Akku gleich wieder. Erschwerend kommt hinzu, daß der Minuspol eine recht große Fläche hat und daher die Wärme schnell ableitet, also muß man mit recht hoher Temperatur löten, damit das Lötzinn auf der Platte des Minuspols hält. Ich kann aber berichten, daß es geklappt hat und der Sender jetzt wieder gut funktioniert.

Neuer Akku eingebaut

Daher bin ich ganz zufrieden, zumal ein neuer Sender mit gut 90 Euro zu Buche schlagen würde und ein neuer Akku knapp 5 Euro kostet und ein paar Nerven.;)

Schade, daß Line 6 den G10 wohl nur für den Wohnzimmergebrauch konstruiert hat, Live ist ein nicht wechselbarer Akku und die schwachbrüstige Micro-USB Buchse nicht zu gebrauchen und wenn man’s doch riskiert, sollte man immer ein gutes, langes Klinkenkabel in Reserve haben.:-D

2 Gedanken zu „Ein steter Quell der Freude – Line 6 Relay G10“

  1. Hallo verzweifelnde Line6 User, dieser Tipp ist echt Gold wert. Inzwischen habe ich nicht nur einen (meinen) Sender wieder an den Start bekommen, sondern auch noch diverse andere. Zum Glück besitze ich diese Torx Bits und brauchte kein Rundbit ;-)
    Ja, es ist sehr schwer an diese Akkus ranzukommen. Da sind 2 Chinesische Hersteller, aber die liefern erst ab 100 Akkus Mindestabnahme! Also suchen. Ich bin fündig geworden und habe den Typ 650mAh Tenergy 3.7V RCR123A Li-ion eingesetzt. Allerdings wird dieser Akku anders bezeichnet: ICR17280. Also 17 mm im Durchmesser und 28 mm lang. Diese Maße MÜSSEN eingehalten werden. Sonst passt der Akku nicht in das enge Gehäuse. Bei diesen Akkus gibt es eine Besonderheit. Am Minuspol (allerdings durch die Schrumpffolie verdeckt) ist eine Elektronik verborgen, die den Ladezyklus regelt. Dieser Teil muss entfernt werden. Die Schrumpffolie mit einem Cutter einschneiden in etwa 2 mm Abstand vom Minuspol und dann die Elektronik mit einem Seitenschneider vom Pol trennen. Diese Elektronik wird beim G10 nicht benötigt. Die ist bereits auf der Platine des G10 vorhanden. Jetzt passt aber der Akku immer noch nicht genau ins Gehäuse. Hier muss man etwas Platz schaffen, indem man die in den Gehäusehälften befindlichen „Nasen“ mit einem Lötkolben erwärmt und vorsichtig entfernt. Jetzt passen die beiden Hälften wieder ohne Spalt zusammen, die kleine Schraube passt auch wieder und das äußere Gehäuse kann ohne Mühe wieder drauf geschoben werden. Die letzte Schraube festziehen, den Sender rein in die Ladestation und nach wenigen Minuten sollte das rote Blinken zu grün wechseln.

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