Da wir im Garten einen sehr schönen, schweren Lehmboden haben kam uns die Idee daraus einen Kuppelofen zu bauen, eine der ältesten Ofenformen zum backen.
Wir hatten als Kinder mal im Fernsehen gesehen, wie man einen steinzeitlichen Backofen baut, den wir dann so aus dem Gedächtnis nachgebaut hatten. Der funktionierte ganz gut um Lehmkugeln zu backen.;-)

Sowas ähnliches wollten wir jetzt nochmal bauen, jetzt sollte da aber Pizza drin gebacken werden.:)
Aber wir wollten das Ding ohne irgendwelche Anleitungen oder Sucherei im Internet bauen, das Prinzip war klar, es mußte eine Kuppel gebaut werden, die im vorderen Bereich einen Kamin bekommen sollte, in der Kuppel wird dann Feuer gemacht und wenn die Kuppel ordentlich Hitze hat, die Glut nach hinten geschoben und z.B. die Pizza an die Stelle geschoben wo die Schamottplatte sitzt, soweit die Theorie.:-)

Zuerst wurde also eine Stelle im Garten gesucht um eine Bodenplatte zu bauen, der Ofen sollte auch möglichst ohne Bückerei zu befüllen sein, die Stelle war schnell gefunden und so legten wir los, wir hatten noch einen alten Schamottstein, den wir im Boden versenkten, da wo später das Gargut stehen sollte. Der Rest der Bodenplatte war einfach gestampfter Lehm.
Nachdem das erledigt war ging es an den Kuppelbau, dazu marschierten wir erstmal in den Wald und suchten dickere und dünnere biegsame Äste. Diese formten wir dann über der Bodenplatte zu einer ausreichend großen Kuppel.

Danach wurde dieses Gerüst mit dünneren Ästen ausgeflochten.

Dann wurde es schmutzig, wir nahmen vorher ausgehobene Erde und mischten sie mit Wasser und fügten als „Armierung“ kleingeschnittenes Gras hinzu, diese wunderschöne Pampe schmierten wir dann sowohl aussen als auch innen an die Kuppel.


Das sah schon ganz gut aus, jetzt wurde noch eine weitere Schicht Lehm aussen aufgetragen und der „Eingang“ noch etwas besser ausmodeliert und das Ganze noch etwas geglättet

Wir machten vorsichtig Feuer um den Ofen schonmal etwas zu trocknen, währenddessen kümmerte ich mich um die Gestaltung des Kamins, dazu betätigte ich mich als Korbflechter.;)

Hübsch, oder? ;))

Dann wurde erstmal Maß genommen…

…und wieder ordentlich rumgematscht und modelliert

Dann wieder ein wenig Feuer machen

Der Lehmboden in unserem Garten stellte sich wirklich als ideal heraus, er wurde durch das Feuer wirklich steinhart gebrannt.

Nun wurde es ernst und die ersten Pizzen mußten dran glauben, also erstmal anfeuern.

Nachdem sich ordentlich Glut gebildet hatte, wurde diese nach hinten geschoben und die erste Pizza in den Ofen eingebracht.

Der erste Versuch sah schon ganz vielversprechend aus, leider war der Rand etwas schwarz geworden, da hatte ich wohl die Glut nicht weit genug nach hinten geschoben. Geschmeckt hat sie (die Pizza) aber trotzdem vorzüglich.:)

Da mußte noch etwas experimentiert werden, das war klar, aber grundsätzlich funktionierte der Ofen. Da man ja kein Thermometer hat, geschweige denn einen Thermostat, wird erst die Erfahrung die besten Pizzen hervorbringen.;)

Bei einer weiteren Pizzasession wurden die besten Ergebnisse erzielt, wenn man zum einen die Pizza nicht zu stark belegte, zum anderen die Glut recht weit nach hinten schob und während des Garprozesses die „Ofentür“ verschloss und die Pizza nach zwei, drei Minuten einmal drehte, dann war die Pizza in wenigen Minuten fertig ohne zu verbrennen und schmeckte wie frisch vom Italiener.
Für einen Laumannofen gar nicht mal schlecht, wir freuen uns jedenfalls.:)

Zurück in die Steinzeit – Pizzaofen für Arme
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